Die Zukunft der Torgauer Bären

Torgauer Bären mit Zukunft

Grobkonzept für Perspektive der Bärenhaltung mit Fachleuten beraten

Torgau (TZ/ug). Um die Zukunft der Bärenhaltung im Bärengraben von Schloss Hartenfels ging es am Mittwoch in einer gemeinsamen Beratung von Vertretern des Landratsamtes, der Stadt Torgau und Fachleuten verschiedener Bereiche. Nachdem die baulichen Notwendigkeiten und finanziellen Voraussetzungen in den letzten Monaten im Grundsatz abgeklärt werden konnten waren unter anderem die Perspektiven der Bärenhaltung aus fachlicher Sicht Thema.

Als Grundlage des Meinungsaustausches lag ein vom Hauptamt erarbeitetes Grobkonzept vor, in welchem unter anderem Aussagen zu gesetzlichen Vorgaben für die Haltung von Bären benannt sind. Daraus wird deutlich, dass bestimmte wünschenswerte Haltungsbedingungen in Torgau nicht gegeben sind und auch im Zuge der bevorstehenden Sanierungsarbeiten nicht geschaffen werden können. Dennoch ist eine Bärenhaltung natürlich möglich. Benno Kittler, Vorsitzender der Torgauer Bärenstiftung, stellte noch einmal klar, dass man sich vor der Stiftungsgründung intensiv und grundsätzlich mit der Frage der Möglichkeit der Bärenhaltung in Torgau beschäftigt und von den Fachleuten letztlich grünes Licht bekommen habe. Zugleich sei man sich darüber einig, dass alles unternommen wird, um eine möglichst tierschutz- und artgerechte Haltung zu sichern.

Es ist vorgesehen, beide Seiten des Bärengrabens perspektivisch für die Haltung der Bären zu nutzen, wobei mit dem Neubau des Bärenhauses links (derzeit genutzter Bereich) fünf neue Ställe geschaffen werden und auf der rechten Seite (Flügel E) drei. Nach der Sanierung des Flügels E und der Freiflächengestaltung sollen die 21 Jahre alten Bärinnen Jette und Quistel dorthin umziehen und verbleiben. Der linke Teil des Bärengrabens stünde nach Fertigstellung des Bärenhauses und der Freifläche dann für neue Bären zur Verfügung. Mit einer Zucht soll grundsätzlich nicht wieder begonnen werden. Hauptgrund ist, dass es für Jungbären keine Abnehmer gibt. Hauptamtsleiter Uwe Kupfer sagte, es sei niemandem zu vermitteln, wenn man sich kurze Zeit an Jungbären erfreuen würde, um sie dann letztlich einschläfern zu müssen.

So wird konzeptionell vorgeschlagen, zwei weibliche und ein männliches Tier anzuschaffen, eine Bärin zu sterilisieren und für die zweite die Option offenzuhalten, später einmal für Nachwuchs zu sorgen, wenn die alten Bärinnen nicht mehr sind. Im Grundsatz fand dieses Konzept Zustimmung. Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der Bärenpark Worbis GmbH und Vorsitzender der dortigen „Stiftung für Bären“, machte darauf aufmerksam, dass es eine Liste von 54 Bären gibt, die unter katastrophalen Bedingungen ihr Leben fristen und anderweitig unterzubringen sind, davon zehn sehr dringend. Die Geschichten, die solche Tiere haben, könnten für Touristen interessanter sein, als wenn es nur um Jungbären gehe. Diesem Gedanken schlossen sich der Stiftungsvorsitzende Benno Kittler und der Hauptdezernent des Landratsamtes Horst Winkler an.


Der Bärenkäfig ist noch da

Der Belgeraner Karl-Otto Weck wird auch weiterhin alle geeigneten Anlässe nutzen, um in der Rolandstadt Spenden für die Torgauer Bären zu sammeln. Dieses Versprechen gab er am Sonntag beim Bärenplausch, was von den Torgauern mit großem Applaus bedacht wurde. Karl-Otto Weck hatte zum Weihnachtsmarkt in Belgern bereits eine stattliche Summe gesammelt und auf das Konto der Torgauer Bärenstiftung überwiesen. Desweiteren kündigte er an, eine Fahrt für Belgeraner Kinder zu den Torgauer Bären zu organisieren. Bärenpflegerin Gabriele Mierau versprach ihrerseits, den Kindern dann einen näheren Einblick zu den Bären zu ermöglichen.

Bekannt wurde zum Bärenplausch auch, dass das kleine Bärengehege, in welchem vor Jahren die Jungbären im Torgauer Schlosshof herumtollten, noch vorhanden ist. Eine Firma habe die Aufarbeitung des Käfigs zugesagt, sollte Torgau tatsächlich wieder kleine Bären bekommen. Man könnte dann darüber nachdenken, ihn auch mal wieder im Schlosshof auszustellen. „Andere vermarkten ihre kleinen Bären auch. Warum sollten wir das nicht tun?“, so Gabriele Mierau.


Was sich Bären wünschen würden ...

Die Haltung von Braunbären ist nicht einfach. Selbst bei den Fachleuten in Zoos und Tiergärten werden Methoden und Möglichkeiten heiß diskutiert. Nicht selten entstehen schon zwischen Leipzig und Berlin unterschiedliche Meinungen. Geholfen wird den Bären natürlich auch. Die Bärengehege in Worbis (www.baer.de) und Bernburg sind dafür beste Beispiele. Was könnte in Torgau nach der Sanierung des Bärengeheges geschehen, damit die Bären sich hier wohlfühlen, artgerecht gehalten werden können und somit die Torgauer Traditionen für nachkommende Generationen bewahrt werden?
Hier zu einige Gedanken:

Damit nachhaltig eine artgerechte Bärenhaltung gewährleistet wird, ist für die finanzielle Sicherung zukünftiger Unterhaltkosten zu sorgen. Eine Stiftung würde die zahlreichen separaten Spenden bündeln und somit Geldmittel erwirtschaften. Sponsoren und Spender hätten einen gemeinsamen Finanzpool.

Die Gründung eines eigenen Vereins wäre für die Bären nicht schlecht. Der Initiativkreis Schloss Hartenfels hat diese Aufgabe übernommen. Mit einem Verein der Torgauer Bärenfreunde käme es sicher zu einem breiten Miteinander der Bürgerinnen und Bürger Torgaus, die ein Fast-Vergessen der Bären wie in den letzten Jahren verhindern würden. Mehr Öffentlichkeit, auch über die Grenzen Torgaus, wäre unbedingt wünschenswert.

Geburtstagsfeiern für Bären gab es schon mal. Das ist eine medien- und öffentlichkeitswirksame Maßnahme, die nicht nur den Bären gut tun würde und eine enge Verbundenheit von Stadt und Bären demonstrieren würde, wie übrigens auch in anderen Gehegen öffentlich veranstaltet.

Bärenfreunde aus ganz Deutschland bedauerten fast schmerzlich, dass im Internet kaum etwas über die Bären hierzulande zu erfahren sei. Deshalb wird es auch mit dieser Zeitung zeitgleich eine Internetseite beim SonntagsWochenBlatt geben, die über unsere Bären informiert. Ein Gästebuch ist zum Gedankenaustausch eingerichtet.

In Vorbereitung dieser Zeitung haben viele Gesprächspartner auch Aktionen vorgeschlagen, die Geld zum Unterhalt der Bären einbringen. Genannt wurden z. B.:

– Bäckereien könnten Bärentatzen, ein Mürbeteiggebäck mit Schokolade, verkaufen.
– im TIC Loose verkaufen – eine Art Bärenlotterie;
– So wie die Torgauer Zeitung einen Bärenpokal für den Fußball ausrichtet, gäbe es sicher noch mehr Möglichkeiten, auf die Bären aufmerksam zu machen.
– Mit den Bären könnte auch für Torgau überregional geworben werden. Es gab mal Figuren vom ehemaligen Steingutwerk (Foto), Schlüsselanhänger und ähnliche Werbemittel könnten am Bärengraben kaufwilligen Touristen angeboten werden.
– Gaststätten könnten bärische Gerichte anbieten, Torgau spezifisch (natürlich kein echtes Bärenfleisch), aber einen urigen Bärentrunk zum Beispiel aus dem
Brauhaus Torgau.

Keramik-Bär aus dem ehemaligen Steingutwerk.


Viele Ideen sind gut, noch besser ist es, wenn sie in die Tat umgesetzt werden.
Meinungen, Hinweise und Vorschläge unter:

Fon: 03421 721049 • Fax: 03421 721050
Mail: richard.gosemann@haus-der-presse.de
oder nutzen Sie das Gästebuch unter www.torgauer-baeren.de


Bärensäule hat neues Wahrzeichen

 Die Bärensäule an der B183 zwischen Bad Düben und Torgau hat ihr Wahrzeichen zurück – den Bären. Axel Mitzka, Raik Zenger und Wolfgang Köppe vom Verein Dübener Heide e.V. brachten am Donnerstag die 680 Kilogramm schwere und zwei Meter hohe Holzskulptur an die Bärensäule mitten im Naturpark.

Dazu rückten die Freunde vom Heideverein mit schwerer Technik an und hievten den imposanten Bär, der übrigens das künstlerische Ergebnis einer englischen Jugendgruppe vom Kettensägenfest ist, an seinen Platz. Dessen Vorgänger, zwei an der Zahl, war in den vergangenen Jahren ein ganz anderes Schicksal widerfahren. Sie wurden gestohlen. Der eine sogar, obwohl er mit Eisenbolzen im Erdreich befestigt wurde.

Die Bärensäule hängt mit einem Ereignis aus dem Jahr 1562 zusammen. Kurfürst August von Sachsen soll bei der Jagd einen Bären verwundet haben, der ihn daraufhin jagte. Und so kletterte der Monarch auf jenen Baum, der sich heute an der Säule befindet. Ein Förster rettete den Kurfürsten und erschoss das Tier.

http://www.naturpark-duebener-heide.com

Die Bilder zeigen Jugendliche aus England und Vertreter
des Vereins Dübener Heide an der Bärensäule mit neuem Bär.
Foto: Verein Dübener Heide e.V.



Bärige Links

www.baer.de

www.fapas.es

Bärenforum