Bärige Post

Teil 1 | 2 | 3

Bärige Post aus dem Torgauer Bärengehege (1)

Liebe Besucher dieser Hompage,

wir Zeitungsleute von der Torgauer Zeitung und dem SonntagsWochenBlatt schreiben regelmäßig über die Torgauer Bären, damit unsere Leserinnen und Leser über Jette und Quistel, ihr Wohlbefinden und über Aktivitäten der Torgauer Bärenstiftung  stets informiert sind.  Aber was würden uns die beiden Bärinnen berichten, wenn sie denn könnten? Es gibt ja auch Bärenversteher, die ihre Pfleglinge genau kennen. So sind mal einige nicht ganz ernst zu nehmende Gedanken entstanden, die aus der Sicht von Jette und Quistel von Gabie Mierau und Angela Mierau-Fausack aufgeschrieben wurden und in monatlichem Abstand der Öffentlichkeit hier preisgegeben werden. (R. Gosemann).


Hallo, Ihr Zweibeiner! Hier sind Jette und Quistel, Eure Torgauer Bären.

Unsere Pfleger werden sehr oft gefragt, wie es uns denn geht und wie wir den Lärm von der Baustelle vertragen. Also haben wir uns gedacht, berichten wir Euch doch mal von uns. Eben aus der Sichtweise von uns Braunbären, denn auch wenn wir uns mit unseren Pflegern nicht unterhalten können, verstehen sie uns ganz gut.

Die herbstliche Jahreszeit bringt es mit sich, dass wir müde und träge  werden. Bis Ende September haben uns unsere Pfleger immer so gegen 8 Uhr ins Freigehege geschickt. Das war gar nicht so nett. Denn im Bärenhaus ist es so schön kuschelig und warm. Aber wir haben es jetzt geschafft, dass wir erst gegen 10 Uhr ins Gehege gehen. Wir haben uns einfach schlafend gestellt. Hat prima geklappt. Na ja, unsere Bärenmamis haben eben ein Herz  für uns.    

Das Baugeschehen auf Schloss Hartenfels am Flügel E bekommen wir schon mit. Manchmal nervt uns ja der Krach, aber wir haben uns daran gewöhnt. Der Lärm ist zwar etwas stressig, aber für ein neues Zuhause nehmen wir das gern in Kauf. Also neugierig sind wir schon, was da alles passiert. Ein neues Bürgerbüro soll entstehen und im Keller neue Unterkünfte für uns und vielleicht für neue Bärenmieter. Da wäre wirklich toll. Zuwachs in der Bären-WG würde mehr Schwung in unser Leben bringen. Nur mit dem Rüberschauen in das andere Gehege funktioniert es nicht. Die Bauleute haben alles blickdicht zugemacht. Dabei ist unsere Neugierde sehr groß. Na gut. Warten wir eben bis nächstes Jahr. Ob auch was zum Spielen für uns dabei ist? Wir sind dann zwar schon 23 Jahre, wenn wir rüberdürfen, aber spielen wollen wir trotzdem noch gern.  

So Ihr Zweibeiner. Wir hoffen, einen Teil der Fragen beantwortet zu haben. Vielleicht  gibt es bald wieder Post von uns. Wir werden jetzt noch die letzten Sonnenstrahlen genießen und ein bisschen schlafen. Vorher möchten wir uns aber noch bedanken. Wie wir gehört haben, ist das Konto der Torgauer Bärenstiftung auf 32.548 Euro angewachsen. Dafür allen Spendern vielen Dank. Macht weiter so! Jetzt kommt bald Weihnachten und im Januar haben wir Geburtstag. So lange träumen wir davon, dass man von dem Geld circa 10.885 Gläser Honig kaufen könnte. Hm, lecker. Aber es wird wohl ein Traum bleiben.

Bis bald! Eure Jette und Quistel


PS: Bärige Grüße aus Torgau. Grafiker Hans Rößler hat neue Postkarten über uns gezeichnet. Jetzt im Torgauer Haus der Presse erhältlich.



Bärige Post aus dem Torgauer Bärengehege (2)

Ab ins Nest

Torgau
(towo/GM)). „Heute mal wieder bärige Post aus dem Schlossgraben. Obwohl wir ja schon mächtig müde sind und unseren kuscheligen Innenstall nicht mehr verlassen bis die warmen Strahlen der FRühlingssonne uns wärmen, möchte ich,Quistel,den Leserinnen und Lesern dieser Zeitung trotzdem noch einmal schreiben.

Denn vorige Woche ist uns etwas passiert,was sich eigentlich jedes Jahr wiederholt. Unsere Pfleger haben uns mal wieder diese ekelige Wurmkur verabreicht.Ich bin da ja sehr sensibel was die Wurmkur betrifft.Aber es ist wie verhext.Jedes Jahr werde ich erneut ausgetrickst,damit ich sie zu mir nehme.
Also unsere Bärenmamis kamen mit dem uns bekannten Futtereimer. Es roch unwahrscheinlich lecker. Voller Freude auf eine gute Mahlzeit stürzte ich mich auf meinen Fresstiegel. Ich begann auch gleich mit großen Appetit zu fressen. Doch plötzlich,was war denn das? Es schmeckte irgendwie eigenartig. Nicht so wie es schmecken sollte. Na prima. Bin ich doch mal wieder reingelegt worden. Oh Gott, das wird ja wieder ein Grummeln in meinen Bauch geben. Also nächstes Jahr lasse ich mich nicht austricksen. Komischerweise macht das meiner Schwester Jette nichts aus. Sie hat ihren Tiegel total ausgefressen und sogar nochmal Nachschlag bekommen. Wie das ihr Magen wohl aushalten mag?

Nun Ja, wir haben es beide überstanden. Jetzt gehen wir so langsam in unsere Winterruhe über. Vieleicht gehen wir nochmal kurzzeitig ins Freigehege.Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Hier in unserem Bärenhaus ist es wärmer und kuscheliger, denn unsere Pflegerinnen haben uns ein weiches Lager aus Stroh bereitett. Übrigens wollten wir uns mal bedanken bei den Firmen, die uns mit Fressen oder eben auch mal Stroh schenken. Das Stroh kommt aus Graditz vom Sächsischen Hauptgestüt und hat einen leichten Geruch nach Pferd. Einfach herrlich. Wer darauf schläft, hat ganz wirre Träume.

Nächstes Jahr, wenn wir wieder munter sind, sehen wir uns bestimmt wieder. Ihr kommt uns doch sicher besuchen. Bis dahin haltet uns die treue.

Eure Jette und Qistel“



Bärige Post aus dem Torgauer Bärengehege (3)

Quistel und Jette langsam in der Aufwachphase

„Hallo, Ihr Zweibeiner, hier melden sich Eure zotteligen Lieblinge aus dem Bärengraben wieder!

Mittlerweile befinden wir uns in der Aufwachphase. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt schon ins Freigehege gehen. Dazu ist es noch ein bisschen zu kalt. Ein paar wärmende Sonnenstrahlen könnten uns aber schon verleiten, für ein bis zwei Stunden mal nach draußen zu gehen. Also mir, Quistel, hat die Winterruhe recht gut getan. Ich bin wieder rank und schlank. Wenn ich aber meine Schwester Jette so betrachte, na ja, da schweigt lieber des Bären Höflichkeit. Schließlich ist sie ja meine Schwester und ich will hier keinen Zoff.

Ob sie wohl heimlich Futter bekommen hat? Glaub ich aber nicht, da unsere Pfleger sehr darauf achten, dass wir während der Winterruhe auch unsere absolute Ruhephase haben. Sie selbst sehen da nur einmal in der Woche nach uns. Jetzt bekommen wir wieder ein bisschen Futter. Also, wir werden langsam angefüttert. So richtigen Appetit verspüre ich aber noch nicht. Am meisten liebe ich, in meinem Strohbett zu liegen und dann verfalle ich in die schönsten Träume. Selbst unseren Geburtstag haben wir verschlafen. Aber wie ich unsere Pfleger kenne, bekommen wir unser Geschenk später nach. So, Ihr Lieben, mir fallen schon wieder die Augen zu. Ich gehe jetzt wieder in mein kuscheliges Bett. Bis zum nächsten Mal, vielleicht im neuen Freigehege. Ich habe da was läuten gehört, dass die von der Zeitung etwas vorhaben. Keiner sagt was Genaues. Wir lassen uns überraschen. Bis dahin!

Eure Quistel
PS: Jette lässt auch ganz lieb grüßen

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