„Um die Bären wird gekämpft“ Initiativkreis sammelt Geld für die Bären

Torgau (Torgau (SWB). Warum für den Initiativkreis „Schloss Hartenfels“ der Bärengraben und dessen Bewohner zum unverzichtbaren Teil des kurfürstlichen Schlosses gehören, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Frank Kupfer (Mitglied des Sächsischen Landtages, CDU).

SWB: Eigentlich war in der Öffentlichkeit kaum das vernehmbare Verlangen der Torgauer zur Wiederherstellung des kompletten Bärengrabens feststellbar. Warum haben Sie die Debatte über die Zukunft des Bärengrabens zu Beginn des Jahres wieder losgetreten?
Frank Kupfer:
Für mich und den Verein war das Thema Bären nie zu den Akten gelegt worden. Als wir im vergangenen Jahr vernahmen, dass am Eigenanteil von 40000 Euro für die Grabensanierung nur noch 10000 Euro fehlen, entschieden wir, der Erlös unseres jährlichen Benefizkonzertes kommt den Bären zugute. Und so geschah es ja auch.

Ihre Ankündigung, wieder junge Bären in Torgau etablieren zu wollen, untermauert von der Vorankündigung des Benefizkonzertes, löste eine große Vorfreude in allen Generationen darüber aus.
Womit bewiesen wäre, wie richtig und wichtig junges Bärenleben für Torgau ist.

Jedoch gestaltet sich die Realisierung durch Landratsamt und Stadtverwaltung anscheinend als schwierig.
Wenn es schwierig wird, muss man kämpfen, wir kämpfen um die Bären! Mit dem Kreistagsbeschluss für die Bären sind die politischen Weichen gestellt.

Zum unüberwindbaren Hemmnis könnte der desolate Zustand des Dachs vom Flügel E werden.
Ob der gesamte Flügel E saniert werden muss oder eine Dachsanierung bzw. -sicherung ausreicht, vermag ich nicht zu sagen, man müsste es prüfen.

Die bevorstehende Kreisfusion mit Delitzsch könnte sich als weitere große Unbekannte für die Zukunft der Bären herausstellen.
Kann, muss aber nicht. Torgau ist zum Kreissitz vorgeschlagen, Torgau sollte auch der Sitz der Kreisverwaltung sein. Die logische Konsequenz wäre der Ausbau des Flügels E. Das sei nach Expertenmeinung relativ schnell durch Einziehen von Zwischenwänden und Decken zu realisieren. Die Bären bekämen darunter ein gutes Zuhause.

Woher könnte das Geld für die Baumaßnahmme kommen? Bloß aus Spendenmitteln wohl kaum.
Aus der 10-Millionen-Hochzeitsprämie für die Kreisreform vom Land. Ein Teil wird zur Schuldentilgung gebraucht, es bliebe aber noch ein erkleckliches Sümmchen zum Bauen. Das Schloss Hartenfels ohne Verwaltungssitz wäre nicht zu unterhalten und die fehlenden Angestellten aus der Verwaltung ein herber Verlust an Kaufkraft in Torgau. Beim Tauziehen mit Delitzsch um den Verbleib der Landkreisverwaltung im Schloss sollten wir uns noch auf eine hartnäckige politische Auseinandersetzung einrichten.

Landrat Robert Schöpp und Torgaus Bürgermeisterin Andrea Staude kündigten eine gemeisame Arbeitsgruppe an, die Möglichkeiten der Sanierung des Bärengrabens abklopfen soll. Hat sich damit das Engagement des Initiativkreises für den Bärengraben erfüllt?
Ich werde darauf dringen, dass der Initiativkreis mit in der Arbeitsgruppe vertreten sein wird.

Hat für Sie das Ringen um die Zukunft der Torgauer Bären eine private Seite?
Aber ja, wie wohl für jeden hier in der Region. Ich bin in Torgau geboren, aber in Markkleeberg aufgewachsen. Zum Besuch meiner Dautzschner Oma fuhr ich zu der Zeit mit dem Zug bis Torgau und von dort sollte ich mit dem Bus weiter. Was selten genug so ablief. Stattdessen ging es erst Bärengucken, vom Hausmannsturm Ins-Land-Schauen, dann auf die Brücke zum Elbegucken, um auf der anderen Elbseite darauf zu spekulieren, dass ein Autofahrer mich mit nach Dautzschen nimmt.

Und das hat jedes Mal geklappt?
Ein Lkw- oder Pkw-Fahrer hat sich meiner jedes Mal erbarmt.

Gespräch: E. Baumbach

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