Wie weit ist es vom Schloss bis zum Torgauer Rathaus?

Eine MDR-Falschmeldung und ihre Folgen

Torgau (SWB/eb). Zum Ende des alten Jahres vermeldete das MDR-Fernsehen per Filmbericht und über Videotext, in Torgau hätten Stadtverwaltung und Landratsamt eine millionenschwere Vereinbarung zur Sanierung des Torgauer Bärengrabens abgeschlossen und damit sei die jahrhundertealte Bärenhaltung am Schloss Hartenfels gerettet. Nachfragen sowohl bei der Torgauer Bürgermeisterin als im Landratsamt konnten die gute Nachricht für alle Freunde der Torgauer Bären leider nicht bestätigen. Bestätigt wurde aus dem Rathaus die Existenz einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Landrat Schöpp und Bürgermeisterin Staude, um die Sanierung des Bärengrabens voranzubringen.

Einmal hätte die Arbeitsgruppe im alten Jahr getagt. Das Stadtparlament beschloss zudem die Bereit-stellung finanzieller Mittel zur Vorplanung der Sanierungsmaßnahmen. Der Landrat sagte bei der ersten und bislang einzigen Tagung der Arbeitsgruppe den Abschluss einer Vereinbarung zu, die den Einsatz städtischen Geldes auf landkreislichem Eigentum, eben dem Bärengraben, rechtlich ermöglicht. In den Amtsstuben der Stadt wurde daraufhin eifrig an einer Vereinbarung gearbeitet und diese mit der Bitte um einen zweiten Verhandlungstermin an den Landrat geschickt. Das geschah im Oktober 2007.

Die Meldung des MDR und Nachfragen der Torgauer Zeitung brachten wohl wieder etwas Schwung in die Sache, sodass das Schreiben aus dem Rathaus im Landratsamt wieder aus der Ablage gezogen wurde. In der Torgauer Zeitung vom 8. Januar stand zu lesen, dass der Beigeordnete Thilo Wolff und Baudezernt Gunter Bidmon die zugesandte Vereinbarung überarbeiteten, um dieselbe dem Landrat Ende Januar zur Unterzeichnung vorzulegen. Danach ginge das Papier wieder an die Stadtverwaltung zurück. Natürlich müssten beide Seiten mit dem Inhalt der Vereinbarung einverstanden sein, ließ der Beigeordnete über die Torgauer Zeitung verlauten. Ob Bürgermeisterin Staude zu den Änderungen und Konkretisierungen aus dem Landratsamt überhaupt ihre Zustimmmung geben kann, könnten Landrat, Beigeordneter und der Baudezernent vermutlich sehr schnell erfahren. Würden die Herren aus dem Landratsamt auf einen zeitraubenden innerstädtischen Briefwechsel verzichten und sich stattdessen persönlich mit dem Stadtoberhaupt zusammmensetzen. Die Schlossstraße verbindet bekanntlich auf kürzestem Wege Schloss und Rathaus. Und die Länge der Schlossstraße dürfte wahrlich kein Hinderungsgrund für den baldigen Abschluss der Vereinbarung sein.

Das SonntagsWochenBlatt könnte diese gute Nachricht in großen Buchstaben verkünden. Nicht nur in Torgau würde die Vereinbarung einhellige Zustimmung und Freude auslösen. Die Menschen brauchen hoffnungsvolle Nachrichten, auch aus den Amtsstuben des Schlosses Hartenfels.

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